Eine Frühjahrsexkursion von Schönhagen nach Damp
von Claudia Ermel
Entlang der Ostsee kann man die Natur neu entdecken
Ferien – und keine Lust auf Trubel? Wer seinen Ostseeurlaub etwas beschaulicher angehen will, der wird allemal ein nettes Örtchen jenseits der Urlaubsmetropolen finden. Wir entscheiden uns dieses Jahr für Schönhagen. Möglichst im Frühjahr oder Herbst, wurde uns empfohlen. Um die Schwärme der durchziehenden Vögel zu beobachten, die nach einer kurzen Rast im Vogelschutzgebiet des Schwansener Sees weiter über die Steilküste der Ostsee nach Norden ziehen. Ob „Ibsens Wildente“ hier auch langgekommen ist, bevor sie auf einem norwegischen Dachboden endete, wurde leider nie hinreichend dokumentiert.
In Schönhagen gibt es jedenfalls neben der Reha-Klinik Schloss Schönhagen, die inmitten einer malerischen Parklandschaft liegt, zahlreiche individuelle Unterkünfte. Von der Ferienwohnung auf dem Bauernhof bis zum Hotel- oder Pensionszimmer findet hier jeder Individualist sein Domizil. Selbst der Campingplatz „Seestern“ liegt ortsnah und direkt am Strand.
Unsere Ferienwohnung haben wir auf gut Glück bei einem Bauern für eine Woche angemietet. Nach einer kurzen Katzenwäsche erkunden wir den Schönhagener Sandstrand und stellen belustigt fest, dass hier jede „Fraktion“ ihren eigenen Abschnitt bekommen hat: Es gibt einen Badestrand mit abgetrenntem FKK-Bereich, einen Hundestrand und eine weitläufige Promenade, die bald schon zum Weg auf der Steilküste wird, einen kleinen Jachthafen und natürlich das Kurzentrum.
Der Wanderweg direkt an der Ostsee entlang bis nach Damp reizt uns ungemein und wir nehmen uns vor, ihn am nächsten Morgen zu erkunden. Denn dass im berühmten Ostseebad Damp ein umfangreiches Brunch geboten wird, haben wir bereits erfahren.

So marschieren wir schließlich am frühen Sonntag Vormittag in steifer jodhaltiger Brise über den Steilküstenweg, der zwischen der Ostsee und dem Schwansener See verläuft. Von Morgenstille ist allerdings nichts zu merken, schnattern kreischen und tschiepen doch Rotschenkel, Kiebitz und Graugans hier um die Wette. Hinzu kommt der panisch wirkende Schrei vorbeiziehender Eider- und anderer Enten. Deren Flug über die Ostsee kann man zumindest mit den Augen verfolgen, während die anderen Vögel sich meist im kargen Gebüsch versteckt halten, nur durch den ständigen Radau ihre Anwesenheit verraten.

Genaueres über die Vielfalt der hiesigen Vogelwelt lässt sich im vogelkundlichen Informationszentrum in Dörphof erfahren - Doch das liegt landeinwärts hinter dem Schwansener See. Wir aber wollen heute nach Damp – und anschließend mit gut gefülltem Magen wieder an der aufgewühlten Ostsee entlang nach Schönhagen. Aufgewühlt und tosend! Keineswegs ist das Meer hier der ruhige Teich, für den mancher das baltische Gewässer halten mag.

Schon seit Urzeiten spült das brandende Ostseewasser die feinen Tone und Sande aus dem Schutt heraus, die mit der Strömung im Meer verschwinden. Zurück bleiben Findlinge und steiniges Geröll vor dem Schönhagener Steilufer. Ein Phänomen, das zur Teilnahme an einer geologischen Strandwanderung einlädt. Die kann man in der Schönhagener Touristinformation buchen. „Vielleicht schon morgen!“ brüllen wir uns gegen Vogelkreischen, Wind und Brandung zu.

In Damp belohnen wir uns mit einem umfangreichen Sonntags Brunch im Vital-Restaurant mit großem Vorspeisenbuffet, drei Hauptgängen mit Beilagen nach Wahl bei frischen Säften und Kaffee. Wir haben schon aus Schönhagen telefonisch reserviert, damit wir nicht ausgehungert vor vollem Saal stehen. Ab 11:30 gibt es hier nämlich immer Piano-Musik - und die können wir nach dem ganzen „natürlichen Ohrenschmaus“ nun auch richtig genießen.
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Mehr Infos und Kontakt über
www.schoenhagen-ostsee.de
www.nabu.de
NABU-Infozentrum Dörphof
Dorfstraße 21, 24398 Dörphof
Vital-Restaurant Damp
04352/808869