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Fisch satt in Husum |
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von Claudia Ermel |
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Blick aus dem Fenster eines bekannten Cafés auf den Marktplatz |
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Wer gerne Fisch isst, und nach zahlreichen Enttäuschungen, der Ostsee den Rücken kehrt, der ist reif für Husum.
Denn das erste, was hier auffällt, wenn sich der Nordseebesucher vom Hafen her der Altstadt nähert, sind die unzähligen Fischläden, Fischimbisse und Fischrestaurants. Wer Meeresfrüchte bevorzugt, wird in dieser Hafenstadt zufrieden gestellt. Dabei verdankt Husum ihren Status eher einem unglücklichen Zufall, den die Bewohner gewiss nicht herbeigesehnt hatten. Im Jahre 1362 wurden nämlich durch eine große Sturmflut große Landstücke nördlich vom damaligen Husembro weggerissen. Erst so konnte der Ort (500 Jahr später) zu Theodor Storms berühmter „grauen Stadt am Meer“ werden.
Heute ist die gerade mal 20.000 Einwohner zählende Kleinstadt das wirtschaftliche Zentrum und Kreisstadt des Kreises Nordfriesland sowie Anlaufstelle für eine Flotte von Fischkuttern. Insbesondere die von Touristen wie Einheimischen begehrten Krabben werden hier direkt vom Schiff verkauft.
Da, wo es die leckeren Krabben gibt, sollte man auch gleich sein Auto parken, denn die verworrene Verkehrsführung durch die engen Einbahnstraßen ist der Mühe nicht wert. Kann man doch Husum bequem und viel aufmerksamer zu Fuß ergründen.
Auf dem Weg vom Außen- zum Binnenhafen über die Hafenstraße, an der sich die nordischen zweistöckigen Häuschen aufreihen, sind bei Ebbe die trocken liegenden Boote am Kai zu bestaunen. Der Sturmflutpfahl, zu dem man kurz darauf gelangt, erinnert jedoch schnell wieder an die Unberechenbarkeit der Nordsee.
Von der Schleuse am Zingel Damm biegt man Richtung Markt ab, besucht Theodor Storms Geburtshaus oder die Marienkirche. Donnerstags und Samstags lockt der Wochenmarkt mit bunter Gemüsevielfalt. Lebendes Vieh gibt es heutzutage nicht mehr. Der einst bedeutende Husumer Viehmarkt ist längst Vergangenheit.
Wer einen schönen Kohlkopf oder Äpfel aus dem „Alten Land“ erstanden hat, taucht nun in die weitläufige Fußgängerzone mit vielen kleinen Ladenstraßen ein. Die Neustadt ist dabei ein echtes Schmuckstück mit kleinen spitzgiebeligen Häusern, die Boutiquen, Antiquitätenläden und Kunstgalerien beherbergen. Über Kopfsteinpflaster geht es Richtung Schlossgarten. Die Innenräume des Schlosses wurden kürzlich saniert und für Besucher zugänglich gemacht. Berühmter ist das Husumer Schloss jedoch für seine üppigen Krokusgärten im Frühjahr. Das Schifffahrtsmuseums am Zingel Damm ist dagegen zu jeder Jahreszeit empfehlenswert. Es bietet nicht nur beeindruckende Gemälde mit maritimen Motiven. Es dokumentiert auch auf drei Etagen die Geschichte der Segelschifffahrt, des Holzschiffbaus und Walfangs.
Hier sind Schiffsmodelle verschiedenster Genres und Größen zu bewundern, alte Gemälde von Barks und Hansekoggen auf düster bewegter See. Man kann sich über alte Kartographie und See-Navigation informieren, und die liebvoll zusammengetragenen Zeugen früherer Seefahrt bewundern. Buddelschiffe und Flaschenpostbotschaften sind skurriles Beiwerk, ebenso die Seelaternen und Leuchtturmmodelle. Im Anbau wartet das in Zucker konservierte Uelvesbüller Wrack und im Obergeschoss darf schließlich jeder Besucher einmal Steuermann sein. Da wurde für alle heimlichen Kapitäne ein Ruderstand aufgebaut. Ein Film im Bugfenster gaukelt die Fahrt durch den Husumer Hafen bis hin zur Schleuse vor.
Anschließend knurrt garantiert der Magen, denn in diesem Museum gibt es viele gute Gründe zum Verweilen, Staunen und Erkunden. Doch der Hafen ist ja nicht weit, und seine zahlreichen Fischrestaurants und Imbisse warten schon, um den passenden Schlussakkord für diesen maritimen Ausflug zu setzen.
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www.schiffahrts-
museum-nf.de
www.husum-tourismus.de
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