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In Kappeln sind nicht nur die Fischreusen historisch |
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von Claudia Ermel |
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Der Kappelner Hafen liegt tief in der Schleimündung |
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Der Hering! Er war in früheren Zeiten nicht nur an Nord- und Ostseeküste erschwingliche Nahrung für jedermann. Dass er zudem gesund und nahrhaft ist, sogar die guten Omega 3 Fettsäuren enthält, wusste man natürlich im Mittelalter noch nicht. Trotzdem wurde damals der Fisch kiloweise in geböttcherten Fässern voller Salz versenkt und bis ins tiefste Sachsen kutschiert. Mehrere Jahrhunderte lang.
Der Endverbraucher hat dann seinen weit gereisten Fisch erst wieder tagelang gewässert, um ihn genießen zu können. Heute dagegen ist der Hering zur Delikatesse geworden. Man genießt ihn eingelegt oder auch geräuchert, zu klassischem Roggenbrot oder in sahniger Soße zu Kartoffeln
manchmal zum Preis eines Rindersteaks.
Den Heringen ist das egal. Sie schwimmen seit eh und je brav zur Laichzeit Richtung Schleimündung. Lassen sich dort in den traditionellen Reusen vor dem Kappelner Hafen einfangen, verarbeiten und zumeist direkt Vorort verspeisen.
Grund genug, alljährlich die Kappelner Heringstage zu zelebrieren. Jedes Wochenende vor Christi Himmelfahrt trifft sich nicht nur das hiesige Volk im Hafen, um kräftig zu feiern. Viele Besucher kommen jedes Jahr wieder, um den Fischmarkt, Musik und Theater am Ufer der Schlei und die gemütliche Altstadt zu besuchen.
Der Hafen selbst hat eine einmalige Lage, liegt tief in der Schleimündung genau wie die Stadt selbst. Die Schlei ist kein Fluss, sondern eine Ostseeförde, die 40 km ins Landesinnere bis nach Schleswig reicht. Schon der Dänische König Göttrik, der im legendären Haitabu herrschte, nutzte die Schlei, um Handelswaren auf kurzem Wasserwege von der Ostsee bis in die Nordsee zu transportieren. Er ließ die Schiffe bis Haitabu segeln, die Waren dann auf dem Landweg von der Schlei zur Eider bringen, die bekanntermaßen wiederum in der Nordsee mündet.
Heute ist die Schlei ein beliebtes Ziel von Seglern und Anglern, für deren Bedürfnisse hier allerorts gesorgt wird. Doch auch die Ostsee, mit ihren Badestränden ist nicht fern. Im Städtchen Kappeln liefert die frische Meeresbrise tagtäglich saubere und gesunde Luft. Am Hafen mit seinem Fischmarkt lässt sich vorzüglich spazieren gehen. Und der neue Gastlieger bietet neuerdings den Seglern von ihren Booten direkten Zugang zu einer Handvoll „Kneipen“. Während im Yachthafen die unterschiedlichsten modernen Boote zu bewundern sind, bietet der Museumshafen das interessante Pendant aus vergangenen Jahrhunderten.
So findet man nicht nur zur 650 Jahrfeier überall in Kappeln die Zeichen aus der Vergangenheit neben Errungenschaften der Gegenwart. In der Fußgängerzone rund um die Nikolaikirche - schönste Barockkirche Schleswig-Holsteins säumen zum Teil noch windschiefe Fachwerkhäuschen die Kopfsteinpflastergassen. Die vielfältige Auswahl an Geschäften kann sich dagegen fast mit der modernen Einkaufspassage einer Großstadt messen. Eine Museumsbahn und ein alter Raddampfer, aber auch neuzeitliche Ausflugsboote laden Touristen zu Besichtigungstouren ein. Die schöne alte Brücke über die Schlei musste einer neuen, vierspurigen Klappbrücke weichen - dafür wurden aber die davor liegenden Heringsreusen seit dem 15. Jahrhundert bewahrt und werden noch heute genutzt.
„Wetten, dass in den Netzen auch dieses Jahr wieder kiloweise Fisch hängen bleibt?“
Zu Himmelfahrt wird hier immer kräftig gewettet. Geladene Prominente schätzen dabei das Gewicht des morgendlichen Fangs in den Heringszäunen - und die Bürger die Stückzahl. Ein Riesengaudi, auch für alle, die nicht gewinnen.
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Termine und Veranstaltungen unter www.kappeln.de |
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