St. Peter Ording –
zwischen sanftem Tourismus und Naturschutz
von Claudia Ermel
Die Pfahlbauten dominieren das Strandbild von St. Peter-Ording
„Eiderstedt, das war einmal ein ungeordneter Haufen von Insel- und Landfetzen, St. Peter und Ording nur zwei arme Fischerdörfer. Durch Eindeichung und Landgewinnung zur Halbinsel mit üppigem Marschland geadelt, sind Eiderstedt und St. Peter Ording unterdessen durch landwirtschaftlichen und touristischem Aufschwung bekannt geworden. St. Peter Ording ist heute mit seinen Heil- und Schwefelquellen und dem grenzenlos scheinenden Sandstrand ein beliebtes Urlaubsziel.

Hier gibt es den größten Sandstrand, das weitläufigste Waldgebiet an Schleswig-Holsteins Nordseeküste, die ausgedehntesten Salzwiesen, die vielfältigste Vegetation im Vorland. Der zusammenhängende Dünengürtel ist ebenfalls einzigartig an der Westküste. Genug Gründe also für die Naturschützer, auch hier maßvoll einzugreifen. Da müssen nicht nur die Autos endlich vom Strand ferngehalten werden, auch die Schafe sollen weichen, da ihre Trittschäden die facettenreiche Vegetation der Salzwiesen gefährden.
Dabei haben einst die Eiderstedter Bauern ihren Wohlstand allein durch die Landwirtschaft erlangt. Nur die hohen Erträge durch wohlgenährtes Vieh konnten hier den typische Baustil der Haubargen entstehen lassen. Die imposanten Gebäude sind einzigartig in Europa – aber aufgrund der ausladenden Reetdächer heutzutage eine kostspielige Angelegenheit.
Die prosperierenden Großbauern des 16ten und der folgenden Jahrhunderte bauten diese riesigen Behausungen, um Getreide, andere Vorräte, Gesinde und Tiere unterzubringen. Das Haus wurde je nach Größe von vier, sechs oder acht Ständern getragen und von einem ausladende Reetdach beschirmt, unter dem man das Heu trocknete. Um vor dem unberechenbaren Hochwasser der Nordsee sicher zu sein, errichteten die Bauern ihre Heimstatt auf einem aufgeschütteten Hügel, Warft genannt. Das berühmteste Gebäude ist heute der Rote Haubarg bei Witzwort, in dem neben dem Eiderstedter Heimatmuseum auch eine Gaststätte untergebracht ist.

In St. Peter Ording bestimmen Pfahlbauten das Bild der Sandbank- und Dünenlandschaft. Am weitläufigen Strand befinden sich Gastronomie- und Tourismuseinrichtungen auf Stelzen, die man über die Jahre immer höher werden ließ, weil der Meeresspiegel andauernd steigt. Manche sind unterdessen weiter vom Meer abgerückt. Ein Gebäude kann man nur noch über einen langen Steg erreichen.
Der breite Strand, das salzige Meer lädt zu Bade- und Wassersportvergnügen ein. Aber wenn das Meer sich bei Ebbe zurückzieht, gibt es den Blick auf eine ganz andere Welt frei, die zu Wattwanderung- und Exkursion einlädt. Im Watt lebt eine Vielzahl von Tieren, die sich dem Gezeitenwechsel angepasst haben. Und diese locken wiederum bis zu 70 Vogelarten, für die das Watt ein reich gedeckter Tisch mit gehaltvoller Nahrung bedeutet.
Wer eine geführte Wanderung bevorzugt, kann diese bei den Nationalpark – Rangern buchen. Die bieten Wattwanderungen, Salzwiesen- Exkursionen, vogelkundliche Beobachtungen und vieles mehr an.

Ein interessantes Ausflugsziel ist auch der bekannte Leuchtturm auf Westerheversand, einer ehemalige Hallig, die erst vor 120 Jahren durch einen Damm mit dem Festland verbunden wurde. Oder man macht einen Rundgang in St. Peter Dorf mit seinen schmalen Gassen, reetgedeckten Häuschen und Blumengärten. Das ist ein angenehmer Kontrast zur unendlich anmutenden Weite von Strand, Watt und Meer. Im Dorf gibt es ebenso wie direkt am Strand diverse Möglichkeiten, gut zu speisen. Vielleicht findet man ja sogar noch ein Lokal, das Salzlamm auf der Speisekarte führt? Das wird es ja bald nicht mehr geben, wenn kein Schaf mehr auf die Salzwiesen darf...

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Exkursionen kann man buchen über Nationalpark Service GmbH
Telefon 04863-5303

Infos unter:
www.st.peter-ording-nordsee.de
Tourismus-Zentrale
St. Peter-Ording
Postfach 100
25823 St. Peter-Ording
Telefon: 04863-999 0
E-Mail: info@tz-spo.de