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Wale Watching in Eckernförde |
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von Claudia Ermel |
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Zum Wale gucken nach Eckernförde |
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Warum nur verirren sich neuerdings so häufig Wale in der Ostsee? Ist doch dieses Gewässer wahrlich viel zu klein für jene riesenhaften Säugetiere, die zumeist auch noch in größeren Gruppen auf die Jagd gehen. Eines von ihnen hat sich kürzlich sogar in der Bucht von Eckernförde verirrt, die einen besonders tiefen Küsteneinschnitt bildet, sich über mehr als 15 km in das Festland gefressen hat.
Ob sich da wohl ein kollektives Gedächtnis in dem riesenhaften Urgeschöpf gemeldet hat? - Eine Erinnerung an die endlosen Gewässer vor der Weichseleiszeit, vielleicht? Denn erst das Abschmelzen jener Gletscher hat zur Herausbildung der hiesigen Förden, zu den zerklüfteten Buchten geführt, die heute noch das Bild der Schleswig Holsteinischen Ostsee bestimmen.
Als jedenfalls vor knapp zwei Jahren ein Finnwal mehrere Tage lang in der engen Bucht herumirrte, haben die Menschen hier am kleinen Hafen an der historischen Holzbrücke in aufgeregten Pulks zusammengestanden. Palavernd und fachsimpelnd, den Blick unentwegt auf die See gerichtet, wurde jegliche Veränderung der Wasseroberfläche genauestens verfolgt. Jedes verfügbare Boot schaukelte auf dem ruhigen Fördewasser, um Schaulustige, aber auch offizielle Beobachter näher an das Objekt der Neugierde heranzubringen.
Heute erblicken wir nur ein paar müde Fischer, die ihren Tagesfang direkt vom Boot verkaufen. Aber so verlockend der fangfrische Fisch auch aussieht. Wir haben uns bereits vorgenommen, in der nahe gelegenen Fischdeel zu speisen. Dort im Kattsund 22 wird Fisch in allen erdenklichen Variationen serviert. Aber bevor wir da einkehren, wollen wir uns erst einmal bei frischer Brise den rechten Appetit erlaufen. Nach einem kurzem Abstecher zu den alten Speichern und einem riesigen Getreidesilo so was muss man als Landratte mal gesehen haben beginnen wir unseren Spaziergang durch die Nicolai-Straße, vorbei an einer vielfältigen Auswahl an Geschäften. Wir erkunden die verwinkelten historischen Gassen und finden auch hier in den sorgsam sanierten Fachwerkhäusern weitere kleine Läden. Auf dem Rathausmarkt drängen sich die Einheimischen zusammen mit den Touristen an Obst- und Gemüseständen. Denn heute ist Wochenmarkt. Der findet jeden Mittwoch und Samstag mitten im Herzen der lebhaften Altstadt statt. Wir erstehen eine Tüte Äpfel aus dem Alten Land als Wegzehrung und schlängeln uns an den klönschnackenden Einheimischen vorbei, bewundern die typisch norddeutschen Giebelhäuser und finden uns unvermittelt am Strand wieder. Also Schuhe aus und losmarschiert im feinrieseligen Sand. Der Strand nimmt kein Ende. Wir könnten immer weiter marschieren, bis Kiel, wenn wir wollten.
Doch heute ist unser Ziel die Galerie Nemo am Südstrand. Die hat sich auf Gegenwartskunst aus Skandinavien und Nordeuropa spezialisiert und in der hauseigenen Artothek kann man sich sogar Bilder leihen. Auf der Homepage www.gonemo.com haben wir schon einmal über die Webcam von zuhause einen Blick auf die Außenexponate vor eindrucksvoller Meereskulisse geworfen. Aber „in natura“ ist das doch was anderes.
So stehen wir schließlich staunend vor der „Brücke über das Meer“ von Ojars Petersons und beteuern uns gegenseitig, dass wir das Gegenstück in Riga auch eines Tages besichtigen werden.
Zurück geht es über die Strandpromenade, immer weiter bis zum blaugelb gestreiften Leuchtturm an der Mole. Von dort ist es nicht mehr weit zum wohlverdienten Rührei mit Bückling nach einem üppigen Krabbenbrot. Walfleisch serviert man hier heutzutage ja wohl nicht mehr.
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